StaGe

Monitor: Psychische Gesundheit in öffentlichen Verwaltungen in
Baden-Württemberg

Hinter der Abkürzung „StaGe“ verbergen sich „standardisierte psychische Gefährdungsbeurteilung und evidenzbasierte Gesundheitsmaßnahmen“ in öffentlichen Verwaltungen. In ihrem Alltag begegnen VerwaltungsmitarbeiterInnen unterschiedlichen Belastungen wie überbordende Bürokratie, schwierige Kunden und eine hohe Arbeitsdichte. Diese erschöpfen Ressourcen und beeinträchtigen langfristig die Gesundheit. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, können Beschäftigte auf Arbeitsressourcen wie Handlungsspielraum oder Unterstützung durch die Führungskraft oder auf persönliche Ressourcen wie eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung, Optimismus und ausgeprägte soziale Fähigkeiten, zurückgreifen. Nicht nur durch die Pandemie, sondern auch durch digitale Transformationsprozesse haben sich die Belastungen für Beschäftigte im öffentlichen Sektor verändert und vermutlich erhöht.

Ansatz

Um die öffentlichen Verwaltungen zu unterstützen, psychische Gesundheitsrisiken zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Gesundheitsförderung zu identifizieren, wurde eine effizientes Verfahren zur psychischen Gefährdungsanalyse entwickelt. Dieses Verfahren beruht auf der Job-Demands-Resources-Theorie, dem derzeit dominanten Modell zur Erklärung von Leistung und Verhalten am Arbeitsplatz. Das Verfahren orientiert sich an den spezifischen Belastungsfaktoren in Behörden z.B. überbordende Bürokratie und berücksichtigt persönliche Stärken von VerwaltungsmitarbeiterInnen wie etwa die Motivation einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Dieses Verfahren steht Verwaltungen seit 2018 kostenlos zur Verfügung und wurde bisher von 15 Kommunalverwaltungen eingesetzt. Mehr als 1000 Beschäftigte nahmen bisher an den Befragungen teil.

Ergebnisse

Die Befragten beschreiben sich als recht engagiert und nur teilweise erschöpft. Sie berichten eine hohe Zufriedenheit und Bindung an ihre Verwaltung, während die Kündigungsabsicht von Verwaltung zu Verwaltung schwankt. In ihrer zunehmend digitalisiert transformierten Arbeitsplätzen ergeben sich Belastungen durch

  • Bürokratie und als negativ empfundene Veränderungen sowie
  • Emotionale und mentale Herausforderungen im Arbeitsalltag.

Wichtige Entwicklungsfelder umfassen:

  • Bessere, weil wertschätzende und empowernde, Führung, die sich durch inspirierende Kommunikation, Anerkennung und Feedback sowie individuelle Unterstützung auszeichnet, sowie
  • Mehr Eigenständigkeit, Handlungsspielraum und Partizipation sowie
  • Bessere Entwicklungsmöglichkeit durch mehr Weiterbildungs-angebote und moderne Karrierewege.

Intervention: Resilienz Training
in öffentlichen Verwaltungen

Gesundheitsförderung muss nicht teuer oder zeitintensiv sein. Zahlreiche Studien aus dem Bereich der sogenannten Positiven Psychologie zeigen, dass kurze Übungen leicht in den Arbeitsalltag integriert werden können und das Wohlbefinden nachhaltig steigern. Diese Übungen zielen u.a. auf Entspannung, Achtsamkeit oder der Reflexion positiver Ereignisse ab.

Insbesondere die zunehmende Bürokratie oder auch der verminderte Kundenkontakt in Corona-Zeiten können wichtige Resilienzfaktoren von VerwaltungsmitarbeiterInnen wie Optimismus oder das Wahrnehmen von Sinn in der eigenen Arbeit angreifen. Hier wollen wir mit unserem Resilienz-Training ansetzen, das ab dem 26. November 2021 beginnt.